Trophee Marie Agnes Peron (TMAP)

Hier der gewohnte Bericht zur Regatta MAP, die ich als 31. von 49 (in der Serienwertung) auch beendet habe.

Dafür, dass dies meine 2. Soloregatta überhaupt war, bin ich nicht unzufrieden auch wenn (etwas) mehr drin gewesen wäre. Interessant ist hierbei mal wieder der VMG-Wert über die gesamte Distanz, der nur etwa 0,1 -0,2kn über weite Teile des Feldes auseinander liegt.

Dagegen war der Raz de Sein unproblematisch innerhalb des Zeitfensters zu erreichen – trotz meist nur etwa 6..8kn Wind, die aber ein Mini an der Kreuz auch in 4-6kn Fahrt umsetzen kann. So gab es im Raz und danach noch sehr lange mitlaufenden Strom und ich konnte die enorme Stromwelle (siehe Bild) beeindruckt genießen und musst mich nicht davor fürchten.

Schwieriger war dann schon die Rundung der Chaussee de Sein Tonne, da ich die Tonne erst fast am Wind anlegen konnte aber am Ende mit Wind von hinten sogar noch mal halsen musste, um da rum zu kommen – Laylines sehen in Strömungsgewässern eben ganz anders aus !

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Der Start war – für meine Verhältnisse – extrem gut und ich konnte mich recht lange – nämlich für fast den gesamten Weg bis zur Point du Raz – unter den ersten 10..15 halten. Danach habe ich irgendwie den Anschluss an die vorderen Boote verpasst, wobei mir das gar nicht so aufgefallen ist, da ich mich mit Spi-Max und keinen, mich offensichtlich überholenden Booten eigentlich recht gut gefühlt hatte. Aber das ist eben der Unterschied zwischen den überragenden Seglern und den guten Seglern … 0,1-0,2kn Unterschied

Nördlich Ile Groix kam dann der entscheidende strategische Fehler – ein Schlag sehr weit nach Norden, der bei stabilen Verhältnissen vielleicht gut gegangen wäre, aber in den sehr wechselnden Bedingungen dazu führte, dass ich die Westseite der Ile Groix statt am Wind mit etwa 80..90..100 Grad TWA erreichte. Das Feld ist dagegen recht eng um die Insel herum gekreuzt. Damit war ich im mittleren Drittel gelandet.

Der nächste Tag begann mit recht schönem Spi-Segeln in einer leider immer schwächer werdenden Brise und irgendwann hatte ich den Punkt verpasst, wo man – wegen fast Flaute – vom VMG-Fahren auf sehr tiefes “Driften” umschalten und dem Autopiloten das Heft des Handelns weitgehend aus den Händen nehmen sollte. Das war auch der Punkt des moralischen Tiefpunkts – in der Flaute dümpelnd, wissend, dass man sich allein relativ weit draußen mal wieder in eine Situation gebracht hat, in der man Verlust “realisieren” muss und damit hadert, dass man doch ganz viele andere Dinge lieber tuen würde, als bei drückender Hitze und Flaute allein auf dem Atlantik …

Aber irgendwann habe ich mich doch wieder aufgerafft, habe ein 1,5mm Dyneema-Fädchen an den Spi gebunden und damit aus 2kn Wind 1,5kn Fahrt “gezaubert” und konnte die westliche Tonne wieder anliegen. Damit war der moralische Knoten gebrochen und nach ca. 20 min kam der Wind wieder, doch aus NNO und ich konnte – hoch am Wind – die Tonne Chaussee de Sein anliegen.

Die küstennäher segelnden Minis hatten dagegen in der Flaute mit dem starken Raz-Strom mehr zu kämpfen, weshalb sich der Verlust sehr in Grenzen gehalten hatte und ich nachträglich sehr froh über meine Entscheidung bin, hier auch das Risiko (des Kampfes mit bis zu 4kn Strom bei 0-Wind) zu minimieren.

Die Kreuz hoch nach Norden in der 2. Nacht war dann unproblematisch wie auch der Weg bis kurz vor’s Ziel, wobei Wind und Welle (bis etwa 20kn) immer mehr zulegten. Erst kurz vor dem Ziel gab es dann den entscheidenden 3. Fehler, der mich noch mal 3 bis 5 Plätze gekostet hatte – ein Schlag weg von der sehr hohen Steilküste, da ich dort extrem wenig Wind vermutet hatte … Die anderen – eigentlich sicher hinter mir fahrenden Boote sind dagegen dort einfach durchgefahren und als ich das sah … war es schon zu spät. Aber ich betrachte dies sportlich und dafür dass dies meine erste beendete Soloregatta war, ist ein Platz im mittleren Drittel absolut OK.

Bilder kurz nach dem Start gibt es hier : http://www.classemini.com/?titre=&mode=galerie&fiche=5080 sowie von Bord sowie einem Bekannten mit seiner Handykamera im Anhang

Schöne Regatta ex, Frank

 

 

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