IDM Seesegeln / Offshore + Rund Bornholm

Auch wenn da – wegen der problematischen Vermessung – wohl kein Blumentopf zu holen sein wird, so werde ich , da wir da sowieso gerade an der Ostsee sind, die beiden Regatten zur IDM mitsegeln.

Und Rund Bornholm stand ja sowieso mal auf dem Programm. Bleibt nur zu hoffen, dass das Wetter uns eine ewig lange Zielkreuz erspart.

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Nein, wir sind die IDM nicht mitgesegelt, da ich dann doch auf die Vermessung verzichtet hatte … Aber wir sind Rund Bornholm gesegelt und es war eine – rückblickend auf einen grandiosen Endspurt – schöne Wettfahrt. Doch auch hier der Reihe nach:

Am Sonnabend nahm ich mir eine Auszeit vom Familienurlaub und brachte das Boot auf dem Trailer nach Warnemünde, wo es nach kurzer Zeit in der Marina Hohe Düne in’s Wasser gesetzt wurde. Auch das Maststellen verlief recht zügig und ca 3h später war das Boot segelklar und ich konnte mit Kristian einen kleinen Trimmschlag machen. Sonntag war dann wieder die Familie dran und Montag früh ging es nach dem Briefing los.

Wie auch schon das Routing aufzeigte, gab es ein recht unsichere Störung westlich/südwestlich von Bornholm und das Routing änderte recht oft die “Strategie”, wie man dies am Besten um/durchfahren sollte. Dagegen war die Vorhersage für den Rückweg überhaupt nicht angenehm – ca 20kn Wind aus West/NW bedeutet 80sm AmWind-Fahren bis Arkona oder sogar bis Darßer Ort. Keine Mini-Bedingungen also.

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Wir starteten in der letzten Startgruppe und hatten die Aufgabe auf dem Weg nach Bornholm möglichst viele Schiffe hinter uns zu lassen, was uns auch bis zum Darss recht gut gelang. Hier gab es einen ersten Split und da uns ja das Routing sowieso lieber etwas nördlich haben wollte, folgten wir nicht den anderen auf ihrem sehr tiefen Kurs (den der Mini sowieso nicht mag) sondern folgten unserem Best-VMG-Winkel und liefen damit im abnehmenden Wind etwas nördlich der Rhumb-Line bis ca 15sm vor Bornholm eigentlich recht gut.

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Dann kam der Nebel und mit ihm die Flaute und wir sollten bei schönstem/brütendsten Sonnenschein mehr als 10 Stunden für die nächsten 10sm brauchen. Das war bitter und noch viel bittrer war, dass all die Schiffe, die wir schon am Darss sicher hinter uns gelassen hatten auf einmal neben/vor uns waren.

Nun gut – do sollte es wohl sein und der Weg durch die 2. Nacht auf der Ostseite von Bornholm bis Hammerodde war unspektakuläres Segeln, womit aber kurz nach dem nördlichsten Punkt Schluß war, denn dann begann das AmWind-Rodeo welches kurz vor Arkona mit Wind > 30kn und einer sehr steilen und beeindruckend hohen (ca 2m) Welle seinen Höhepunkt erreichte.

Wir sind die ganze Strecke konsequent etwa 5 Grad tiefer als möglich gefahren um besser durch die Welle zu kommen und auch ein wenig in der Hoffnung auf den versprochenen Dreher auf NW. Der kam auch – aber leider etwas zu spät, da wir doch noch einen Holeschlag vor Arkoan machen mussten. Das war auch der Punkt, an dem von meinem sonst nicht sehr ängstlichen CoPiloten Kristian die Frage nach “Alternativen” kam …Da hatten wir das 2. Reff + gereffte Fock drin und der Wind war weit mehr, als vorhergesagt und ein Ende oder ein Nachlassen des Windes war nicht abzusehen.

Aber ich habe ihm die Alternativen (180 Grad nach Saßnitz) zum Glück ausreden können und mit einem raumer werdenden Wind ging auch unsere Geschwindigkeit nach oben und am Darßer Ort hatten wir endlich die ca 100..110 Grad erreicht und wir konnten den Rollgennacker setzen, der uns gegenüber der größeren und parallel laufenden bzw. weit voraus liegenden Konkurrenz zur Rakete machte (mit 10kn im Schnitt und in der Spitze bis 16kn). Erstere waren nach 5sm kaum mehr zu sehen und Letztere hatten wir recht zügig eingeholt und ebenso zügig hinter uns gelassen.

Der Wind raumte im Anschluß immer mehr und ein paar Meilen vor Warnemünde wäre eigentlich ein Spi angebracht und möglich gewesen. Aber … irgendwie konnten wir uns nicht dazu entschließen, in der aufkommenden Dunkelheit Gennacker gegen Spinnacker zu tauschen und dann mit einem schlechter beherrschbaren Segel in die Hafeneinfahrt von WaMü zu rasen.

Vielleicht war dies auch besser so, da uns in der Einfahrt erst ein großer Frachter entgegen kam und kurz danach mittem im Seekanal ein riesiges Kreuzfahrtschiff sich mit Schlepperhilfe, Feuerwerk und Begleitbooten zu seiner Jungfernfahrt aufmachte. Das wäre sicher spannend, wenn wir da im Tiefflug und mit immer noch 20kn von hinten rein gerast wären, unsere Zielboje suchen und dann … neben dem Kreuzfahrer den Spi bergen müssten …

Insgesamt wurden wir nach 2d10h37min trotz der nicht sehr günstigen Bedingungen in unserer Klasse 7. von 9 gezeiteten Yachten aber auch Platz 6 und 5 waren drin (4min /8min), wenn wir mit dem Spi gesegelt wären.

Nebenbei haben wir auch die DoubleHand-Wertung gewonnen, was aber schlicht an der mangelnden Konkurrenz lag.

 

2 Responses to IDM Seesegeln / Offshore + Rund Bornholm

  1. Christian says:

    Altes Regattaseglerzitat: “Das blöde an diesen Rundkursen ist ja das immer so viel gekreutzt werden muss” In diesem Sinne viel Spaß und cool das endlich wieder einer mit nem Mini in GER startet!

    • admin says:

      Danke für die Nachricht. Das “Blöde” an Rund-Bornholm ist ja, dass es unter Normalbedingungen ein sehr langer Up&Down-Kurs ist, wie fast alles (von Rund-Skagen mal abgesehen) entlang der deutschen Ostseeküste… Aber wir werden unser Bestes geben und hoffentlich auf dem Weg nach Osten genügend Wind von hinten haben /smile/ um einen ordentlichen Vorsprung rauszusegeln /smile/ …

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